Die Domweihe zu Salzburg 1628 – Numismatik Salzburg

Jedes Jahr im September – um den Salzburger Rupertikirtag – jährt sich die im Jahre 1628 stattgefundene Domweihe.

Begleiten Sie uns in dieses ereignisreiche Jahr. Wir möchten Sie mitnehmen zu einem Fest, das weder vorher noch nachher je gefeiert wurde.

Inmitten der Wirren des 30 Jahre andauernden Krieges um Machtansprüche und Religionskonflikte konnte sich das Volk auf dieses achttägige Fest freuen. Vorausschauend hat der neu angelobte Erzbischof Paris Graf Lodron die Gefahren der damaligen Welt erkannt und begann umgehend mit der Befestigung der Stadt und der Errichtung der Stadttore- und mauern. Dank seiner Tatkraft und politischen Einsicht hat er Salzburg aus dem 30-jährigen Krieg weitestgehend heraushalten können.

Gleichzeitig war ihm allerdings auch die Fertigstellung des Domes ein großes Anliegen. So unterbreitete er dem Domkapitel am 20. Jänner des Jahres 1628 den Vorschlag zur Domweihe.

Ein Fest für Arm und Reich

Und so geschah es auch, dass – aller Widrigkeiten zum Trotz – eines der wohl prachtvollsten Barockfeste stattfand, welches Salzburg je feiern durfte.

Armut, Hunger und Leid konnten für acht Tage vergessen werden. Selbst das einfache Volk durfte Teil dieses Festes werden. Jedermann – vom Bauer bis zum Bettelmann – konnte nach Lust und Laune essen und trinken, ohne auch nur einen Heller dafür bezahlen zu müssen. In allen Schenken der Stadt wurden die Menschen verköstigt. Gar von Weinbrunnen war die Rede, die roten und weißen Wein von sich gaben.

Milde ließ Paris Lodron auch bei den in Ungnade gefallenen walten und so wurden beinahe alle Gefangenen freigelassen.

Namhafte Kurfürsten, Erzherzoge, Fürstbischöfe, Äbte und Pröpste sowie unzählige illustre Gäste von nah und fern kamen, um diesem einzigartigen Kirchenfest beizuwohnen. Aber auch das gemeine Volk strömte in Massen herbei und wurde Zeuge des prunkvollsten Festes, das die damals 9000 Seelen große Stadt jemals zuvor erlebt hatte.

Der festliche Akt

Bereits am 22. September 1628 trafen die ersten geladenen Festgäste ein, bevor am nächsten Tag der eigentliche Festauftakt mit der feierlichen Überführung der Rupertireliquen von St. Peter in die Stadtpfarrkirche stattfand.

Der Höhepunkt dieses unvergesslichen Barockfestes sollte schließlich – wie ursprünglich geplant – am 24. September 1628 zum Fest „Herbstruperti“ stattfinden. An diesem sonnigen Sonntag im Herbst des Jahres 1628 fand zu Ehren des hl. Rupert eine Reliquienprozession statt, dessen Weg mit Bögen und Säulen aus Tannenreisig mit rotem Papier und Rauschgold gesäumt war und der durch prachtvoll geschmückte Triumphpforten führte.

Die Einweihung des Domes fand am darauffolgenden Tag, dem 25. September 1628 statt. Begleitet von zwölf Chören weihte der Erzbischof in einer eindrucksvollen Zeremonie den Salzburger Dom.

Anhand von Festschriften, wie der „Kurzen Relation“, welche noch am letzten Tage des unvergesslichen Festes am 28. September 1628 fertiggestellt worden war oder der offiziellen Festschrift „Dedicatio“, verfasst vom Benediktinerpater Thomas Weiss, lässt sich dieses gleichermaßen einzigartige wie auch rauschende Ereignis wage erahnen.

Stumme Zeugen der Zeit

Wie schon zu besonderen Anlässen vor und nachher, wurde auch die Domweihe mit prachtvollen Salzburger Silber- und Goldgeprägen ausgiebig gewürdigt. Je nach Rang und Namen erhielten die illustren Gäste silberne Vierteltaler, halbe Taler, Taler, zwei- bis sechsfache Taler- und Klippen sowie Goldgepräge (zweifache bis zwanzigfache Dukaten und Klippen).

Diese aufwendig und detailgetreu gestalteten Münzen aus Salzburg sind uns glücklicherweise als „Geschichte zum Anfassen“ und beliebte Sammlerstücke bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Sie erzählen uns in Vergessenheit geratene Geschichten und lassen die Pracht und Herrlichkeit dieser längst verblassten Zeit wieder aufleuchten.

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